


Nach einem sehr durchwachsenen und etwas chaotischen Selbstversorger – Gemüsegartenjahr 2025, hoffe ich jetzt natürlich auf ein vielfältigeres, ertragreicheres und etwas strukturierteres Selbstversorger – Gemüsegartenjahr 2026.
Der erste Schritt dahin ist meine gut durchdachte Gartenplanung. Worum geht es dabei? Als erstes geht es natürlich um das Gemüse das ich gerne essen möchte, also welches Gemüse und welche Sorte(n) von diesem Gemüse. In den ersten Jahren meiner Selbstversorgung habe ich viele Sorten ausprobiert. Mir die Beschreibungen in den Saatgutkatalogen durchgelesen oder eine Sorte bestellt weil mir die Form, Farbe oder auch einfach nur der Name gefiel. Einige Gemüse-Sorten die ich immer noch anbaue, sind sozusagen Pioniere der ersten Stunde ;-). Von anderen Gemüse-Sorten habe ich mich wieder getrennt, weil sie mir entweder nicht schmecken, der Anbau zu aufwendig ist oder ich einfach nicht die richtigen Anbaubedingungen für diese Pflanzen schaffen kann.
Am Beispiel der Zucchini zeige ich Dir einmal, wie ich bei der Sortenauswahl vorgehe. Ich liebe frisch geerntete Zucchini und es gibt zwei Sorten die ich sehr gerne mag. Zum einen ist da die klassische grüne Zucchini, die auch gerne mal 50 – 60 cm lang wird und bis zu 2 kg wiegen kann ;-). Meine Lieblingssorte heißt „ZUBODA“ Diese Sorte baue ich schon seit Jahren an und habe durchweg gute Erfahrungen damit gemacht. Sie ist unkompliziert im Anbau, trägt zuverlässig, sowohl die kleinen, als auch die großen Früchte schmecken sehr gut. Ausgereift läßt sie sich sogar einige Monate lagern.
Eine zweite Sorte, die wirklich lecker ist, heißt „ÖL-ZUCCINI ARENBORNER WALZE“. Sie ist eine echte Zucchini – Diva und braucht viel Aufmerksamkeit und Pflege. Die Früchte bleiben etwas kleiner, sind dick und walzenförmig. Die Samen haben keine Schale und können (geerntet von vollreifen Früchten) getrocknet (und geröstet) als leckerer Snack geknabbert werden. Klingt super, oder? Ich habe diese Zucchini mehrere Jahre angebaut, hatte aber leider nie viel Erfolg damit und habe bisher auch noch nicht herausgefunden woran das liegt. Entweder wurden die Wurzeln der Pflanzen von Wühlmäusen gefressen oder es haben sich nur männliche Blüten gebildet (das kann bei zu hohem Stickstoffgehalt im Boden passieren). Wenn sich überhaupt Früchte gebildet haben, waren es meist nur zwei bis drei kleine Zucchini pro Pflanze, bevor diese dann einging. So lecker die Früchte auch sind, Aufwand und Nutzen standen für mich leider in keinem sinnvollen Verhältnis und deswegen habe ich diese Zucchini Sorte in den letzten Jahren auch nicht mehr angebaut. Dazu kommt, daß meine reich tragenden Zuboda Pflanzen mir mehr als genug Zucchini liefern und sich ja auch junge Kürbisse wie Zucchini zubereiten lassen.


Nachdem ich mich für die Gemüsesorten entschieden habe muss ich mir noch überlegen, WIEVIEL ich von jedem Gemüse realistisch verbrauchen kann. Da ich soviel Freude am Gemüseanbau habe, baue ich tendenziell viel zuviel Gemüse an und habe so große Überschüsse, daß ich die halbe Nachbarschaft damit versorgen kann oder jahrelang eingeweckte Vorräte habe. So habe ich in einem Jahr zwei riesige Bohnentipis aufgebaut und so viele leckere Stangenbohnen geerntet, daß ich am Ende ungefähr 100 Gläser eingeweckt habe. So sehr ich Bohnen liebe und wirklich gerne und viel esse, vor allem zusammen mit meinem Wildfleisch, und auch schon vor dem Einwecken viele Bohnen verschenkt hatte, DAS war dann doch ein bisschen zu viel. Das Gute an eingeweckten Bohnen ist, sie bleiben sehr lange haltbar und ich brauchte mehrere Jahre keine Stangenbohnen mehr anbauen 😉 Soviele Stangenbohnen habe ich nie wieder angebaut. Einwecken und damit Wintervorräte schaffen ist ja ganz schön, aber frisch aus dem Garten schmeckt jedes Gemüse am Besten und ehrlich gesagt haben mir die frischen Stangenbohnen dann doch ein bischen gefehlt.
Wichtig bei der Mengenplanung ist es auch daran zu denken, daß ich manche Gemüse-Sorten mehrmals im Jahr aussäe. Dazu gehören z.B. Radieschen, Karotten, Salat und Asia – Salat.
Nachdem ich ungefähr eine Vorstellung davon habe, wieviel ich von jedem Gemüse anbauen möchte, geht es an die Beetplanung. Das ist der kniffligste Teil meiner Selbstversorger – Gemüsegartenplanung. Die meisten Gemüsesorten baue ich in Mischkultur an. D. h. zwei Gemüsesorten die gut miteinander harmonieren stehen im selben Beet.


Bei der Beetplanung muss ich jetzt auf Folgendes achten:
- Jede Gemüsesorte (Kürbis, Zwiebel, Tomate usw. usf….) braucht eine unterschiedlich lange Anbaupause. D.h. habe ich im vergangenen Jahr Zwiebeln und Karotten in einem Beet angebaut, sollte ich in den nächsten vier bis fünf Jahren weder Lauchgewächse (Zwiebeln, Schnittlauch, Porree, Knoblauch usw. usf. …) noch Doldenblütler (Karotten, Pastinaken, Fenchel, Petersilie usw. usf. …) in diesem Beet anbauen.
- Dann muss ich auch noch darauf achten möglichst keine Gemüsesorte aus der gleichen Pflanzenfamilie (Tomaten = Nachtschattengewächse, Zwiebeln = Liliengewächse, Karotten = Doldenblütler uws. usf. …) in diesem Beet (und nach Möglichkeit auch nicht direkt im Nachbarbeet) anzubauen.
Das klingt erstmal furchtbar kompliziert, oder? Ich habe einige Jahre gebraucht, bis ich das alles verstanden habe und sinnvoll in meinem Selbstversorger – Gemüsegarten anwenden konnte. Anfangs habe ich mir viele Informationen dazu aus guten Gartenbüchern und dem Internet zusammengetragen. Inzwischen habe ich dieses Wissen integriert und oft entscheide ich auch intuitiv was ich wo anbaue.
Als ich angefangen habe mein eigenes Gemüse anzubauen habe ich von all dem überhaupt nichts gewußt und in den ersten Jahren einfach alles wild durcheinander angebaut. Ich bin mit meinen Samentütchen in den Garten gegangen und da wo Platz war habe ich Samen in die Erde gesteckt. Und weißt Du was, auch in diesen Jahren habe ich reiche Ernten eingefahren 😉 Allerdings muß ich auch dazu sagen, daß ich sehr oft umgezogen bin und immer wieder neue Gärten angelegt habe, so daß Pflanzenkrankheiten und Schädlinge gar keine Zeit hatten sich auzubreiten.
Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall innerhalb der selben Pflanzenfamilie zu verhindern sind der Hauptgrund für meine gründliche Beetplanung.
| Wenn Dir das alles, was ich hier erzähle viel zu kompliziert erscheint, dann nimm einfach ein paar Samentütchen, such Dir ein Fleckchen Erde, das sich Deiner Meinung nach dafür eignet Gemüse anzubauen und steck die Samen in die Erde :-). Auf den Samentütchen steht in der Regel das Notwendigste drauf. Es macht Spaß einfach anzufangen und sich selbst dabei auszuprobieren. Was wächst wächst und was nicht wächst, kannst Du nächstes Jahr wieder ausprobieren. Das schlimmste was passieren kann, ist, daß gar nichts wächst (das wird aber nicht passieren – versprochen) und Du Dein Gemüse noch eine Saison lang im Supermarkt kaufen musst. Das Gute ist, Du bist nicht wirklich darauf angewiesen Dein Gemüse selber anzubauen. Unsere Supermärkte sind gut gefüllt und Du kannst jederzeit alles kaufen, was Du brauchst. Der Selbstversorger-Gemüsegarten darf sich Zeit nehmen zum Wachsen. Wenn ich nicht genau so irgendwann einmal angefangen hätte mein eigenes Gemüse anzubauen und dabei jede Menge Fehler zu machen, könnte ich Dir heute nicht so viele hilfreiche Tipps geben 😉 Also trau Dich unperfekt zu sein und fang einfach an :-)) |
Im Hochbeet ist es nicht ganz so kompliziert. Hier tausche ich die Erde sowieso mindestens alle zwei Jahre aus. D.h. ich habe ein rotierendes System in meinen Hochbeeten. Ein Hochbeet ist meistens leer. Das nutze ich für grobe Garten- und Küchenabfälle. Ist es zu einem Viertel gefüllt, kommt frischer Pferdemist rein, bis es ungefähr halbvoll ist. Die nächste Schicht ist halbreifer Kompost und die letzte Schicht bildet reifer Kompost aus einem anderen Hochbeet. Nach Möglichkeit lasse ich das ganze zwei bis vier Wochen ruhen und fülle dann nochmal reifen Kompost nach, bevor ich die Beete einsäe. Hier, in den Hochbeeten, bin ich also etwas freier mit meiner Beetplanung.


Doch bevor es konkret wird mit der Beetplanung kommt jetzt erstmal meine Selbstversorger-Gemüsegarten-Wunschliste in der drinsteht was ich dieses Jahr essen möchte 🙂
| Selbstversorger-Gemüsegarten-Wunschliste | ||
| Gemüse | Pflanzenfamilie | Saatgut vorhanden? |
| Rote Zwiebeln | Liliengewächse | |
| Gelbe Zwiebeln | Liliengewächse | |
| Lauchzwiebeln | Liliengewächse | |
| Schalotten | Liliengewächse | |
| Winterheckenzwiebel | Liliengewächse | |
| Porree | Liliengewächse | |
| Knoblauch | Liliengewächse | |
| Karotten | Doldenblütler | |
| Pastinaken | Doldenblütler | |
| Petersilie | Doldenblütler | |
| Knollenfenchel | Doldenblütler | |
| Stangensellerie | Doldenblütler | |
| Staudensellerie | Doldenblütler | |
| Dill | Doldenblütler | |
| Radieschen | Kreuzblütler | |
| Kresse | Kreuzblütler | |
| Ruccola | Kreuzblütler | |
| Kohlrabi | Kreuzblütler | |
| Brokkoli | Kreuzblütler | |
| Blumenkohl | Kreuzblütler | |
| Weißkohl | Kreuzblütler | |
| Rosenkohl | Kreuzblütler | |
| Grünkohl | Kreuzblütler | |
| Asiasalat | Kreuzblütler | |
| Rote Beete | Gänsefußgewächse | |
| Mangold | Gänsefußgewächse | |
| Kopfsalat | Korbblütler | |
| Pflücksalat | Korbblütler | |
| Feldsalat | Baldriangewächse | |
| Portulak | Portulak | |
| Tomaten | Nachtschattengewächse | |
| Kartoffeln | Nachtschattengewächse | |
| Kürbis | Kürbisgewächse | |
| Zucchini | Kürbisgewächse | |
| Gurken | Kürbisgewächse | |
| Markerbsen | Schmetterlingsblütler/ Hülsenfrüchte | |
| Zuckererbsen | Schmetterlingsblütler/ Hülsenfrüchte | |
| Buschbohnen | Schmetterlingsblütler/ Hülsenfrüchte | |
| Stangenbohnen | Schmetterlingsblütler/ Hülsenfrüchte | |
| Mais | Süßgräser | |
| Basilikum | Lippenblütler | |
| Majoran | Lippenblütler | |
| Bohnenkraut | Lippenblütler | |
| Salbei | Lippenblütler | |
Uff, das ist also meine diesjährige Selbstversorger-Gemüsegarten-Wunschliste. Die sieht doch toll und vielfältig aus, oder! Jetzt muss ich nur noch meinen Saatgutbestand überprüfen, damit ich weiß, was ich bestellen muss. In den meisten Samentütchen ist mehr Saatgut enthalten, als ich in einem Gartenjahr verbrauchen kann. Außerdem lasse ich inzwischen auch viele Pflanzen in die Samenreife gehen und gewinne mein eigenes Saatgut. Die meisten Samen bleiben viele Jahre lang keimfähig, trotzdem achte ich darauf, daß nicht zu viel Saatgut übrig bleibt. Als ich angefangen habe Gemüse anzubauen, war ich sehr enthusiastisch bei der Saatgutbestellung und habe meistens viel zu viel bestellt. Inzwischen bin ich ein bischen zurückhaltender bei der Saatgutbestellung und verzichte lieber mal auf eine bestimmte Sorte, wenn ich von einer anderen noch genug Saatgut habe. Außerdem säen sich auch viele Pflanzen selber wieder aus. Viele Blattgemüse brauche ich überhaupt nicht mehr auszusäen, sie sind inzwischen fast schon „Unkräuter“ oder Gründüngung 😉
Wie meine Beetplanung aussieht und was die Überprüfung meines Saatgutbestandes ergeben hat, das erzähle ich in meinem nächsten Blog-Beitrag.
Und bis der fertig ist kannst Du Dir jetzt Deine eigene Selbstversorger-Gemüsegarten-Wunschliste schreiben. Dafür habe ich Dir meine Tabelle (natürlich ohne mein Wunschgemüse) HIER als kostenloses PDF zum Runterladen verlinkt.
Komm mit und laß uns gemeinsam gärtnern 🙂
Deine Moana Wildpfade