
Das Land liegt eingefroren im Winterschlaf. Es sieht so aus, als ob es nichts zu tun gäbe im Garten. Doch das täuscht. Während ich zwischen Lauch und Grünkohl stehe lasse ich mein letztes Selbstversorger Gemüsegartenjahr noch einmal Revue passieren. Das vergangene Gartenjahr 2025 war etwas schwierig und chaotisch. Mein Gemüsegarten ist ein bischen verwildert und braucht definitiv etwas mehr Vorbereitung vor der diesjährigen Gemüsegarten-Saison. Doch ersteinmal möchte ich Bilanz ziehen und noch einmal auf das letzte Gartenjahr zurückschauen.



Nachdem ich von meiner dreimonatigen Reise aus Indien und Bali, im Februar 2025 zurückgekehrt und mit sehr viel Energie in mein Selbstversorger Gemüsegartenjahr gestartet war, kam im Mai nochmal tiefer Frost. Ich hatte vorsorglich alle Jungpflanzen ins Haus geholt und die Beete mit einem Vlies abgedeckt. Nur meine Kohlpflanzen, die ja eigentlich ein bischen Frost vertragen, hatte ich vergessen. Es war eine bittere Lektion die ich an diesem Tag gelernt habe. Fast alle, frisch gesetzten, Kohl-Jungpflanzen waren erfroren 🙁
Es war noch früh genug im Gartenjahr um neue Jungpflanzen vorzuziehen und zu pflanzen. Allerdings hatte ich meine Rechnung ohne den alten Dachs gemacht, der hier im Wald lebt. In den vergangenen Jahren waren wir gut miteinander ausgekommen. Gelegentlich hat er einen Pferdemisthaufen durchgegraben, was durchaus willkommen war.
Zum Jahresanfang hatte ich meine neuen Beete sehr sorgfältig mit reifem Kompost angelegt und, wie immer, mit einem Schafzaun eingezäunt. Der Schafzaun ist ungefähr einen Meter hoch und hat sich in den letzten Jahren erfolgreich zur Abwehr von Wildtieren bewährt.



Nach der Kälte kam eine laaange, für die Jahreszeit zu heiße, Trockenperiode. Trotz dicker Mulchschicht mußte ich meine Jungpflanzen seeehr viel gießen und meine Regenwasserbehälter leerten sich zusehends.
Inzwischen war es Mitte Mai und ein Ende der viel zu heißenTrockenperiode nicht in Sicht. Die Schutzvliese hatte ich von den Beeten entfernt, um mir das Gießen zu erleichtern. Es kam DER Sonntag Morgen, Mitte Mai, an dem ich für einige Tage verreisen mußte. Am Abend hatte ich noch einmal gegossen und die vollen Gießkannen wieder in den Garten gestellt, um am Morgen ein letztes Mal vor meiner Abreise zu gießen.
… den Moment, als ich mit meiner Gießkanne im Gemüsegarten stand und mein Verstand sich weigerte zu verstehen, was ich sah, werde ich wohl nicht so bald vergessen …
– ABSOLUTE ZERSTÖRUNG –



Fassungslos stand ich in meinem Gemüsegarten. Keine einzige Pflanze stand mehr an ihrem Platz. Es gab keine Wege und keine Beete mehr. Alles war herausgerissen. Die Beete zerwühlt. Tränen liefen mir über die Wangen. Wochenlange Arbeit, Pflanzen vorziehen, gießen, mulchen – ALLES UMSONST.
Der gesamte Gemüsegarten war komplett zerstört – und ich mußte zum Zug!
Mir blieb noch eine Stunde und während ich versuchte herauszufinden was passiert war, fing ich gleichzeitig an einige Pflanzen zu retten und notdürftig in Eimern und Kübeln unterzubringen.
Mein erster Gedanke war, daß die Pferde von der benachbarten Pferdekoppel in meinen Gemüsegarten eingedrungen und die Beete zertrampelt hätten, aber das passte irgendwie nicht. Der Zaun war intakt, zumindestens auf den ersten Blick und Abdrücke von Pferdehufen konnte ich auch nicht erkennen.
Als nächstes fielen mir Wildschweine ein. Bisher waren sie noch nie so dicht ans Haus gekommen. Ich versuchte Spuren zu erkennen und sah mich um. Dabei bemerkte ich, daß die Erdbeerpflanzen im benachbarten Teil des Gartens keinerlei Schäden aufwiesen. Wildschweine hätten mit Sicherheit auch diesen Bereich des Gartens „umgegraben“.
Da ich zum Zug musste, blieb mir kaum Zeit um die Ursache der Zerstörung herauszufinden und ich konzentrierte mich darauf Pflanzen zu retten, die sich generell gut verpflanzen lassen. Dazu gehören Zwiebeln, Lauch (Porree), Gemüsefenchel, Mangold … Wer auch immer meinen Garten zerstört hatte, auf die Pflanzen hatte er es nicht abgesehen …
Immer noch fassungslos und mit einem Herz voller Trauer stieg ich ins Auto und fuhr zum Bahnhof. Auf meiner Reise in den Süden hatte ich neun Stunden Zeit den Schock zu verarbeiten …
Als ich nach fünf Tagen zurückkam, erwartete mich die nächste Überraschung. Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, daß der Dachs in meinen Gemüsegarten eingedrungen war und meine schönen Kompostbeete auf der (erfolgreichen) Suche nach dicken Engerlingen, umgegraben hatte.
Ein loses Brett an meinem Hochbeetzaun hat dem Dachs gereicht, um auch noch einen Gang durch die Hochbeete zu machen. Die Zerstörung war hier nicht ganz so stark wie im Gemüsegarten, aber auch hier waren viele Pflanzen herausgerissen.



Das lose Brett war schnell repariert, so kam der Dachs wenigstens nicht mehr in die Hochbeete. Im Gemüsegarten harkte ich die Beete glatt, baute den Zaun neu auf und sicherte ihn mit ein paar Ziegelsteinen, in der Hoffnung, daß das dem Dachs den Zugang wenigstens erschweren würde. Zwiebeln und Lauch steckte ich wieder in die Erde. Obwohl es inzwischen bereits Mitte Juni war, säte ich noch einmal Karotten und Pastinaken aus. Leider war es zu trocken und die Samen gingen nicht mehr gut auf.
Ich setzte die letzten Kürbispflanzen in ein neues Beet und steckte noch einige Kürbissamen in den Pferdemisthaufen. Die Tomaten hatten sich wieder mal selber ausgesät und ich brauchte sie nur zu vereinzeln, anzubinden und auf die Ernte zu warten 😉
Im Laufe des Sommers kam dann auch der Regen wieder. Das was im Frühjahr an Regen gefehlt hatte, kam nun in tagelangem Dauerregen oder in wahren Sturzbächen vom Himmel. Unsere Region leidet schon seit Jahren unter Wassermangel, von daher freue ich mich (eigentlich) über jeden Regenschauer. Aber in diesem Jahr war es schon sehr ungleich verteilt und die Tomaten bekamen sehr früh Krautfäule, so daß die Ernte dieses Jahr recht klein ausfiel. Dafür gediehen meine Kürbisse und Zuchinis prächtig, die Erbsen beschenkten mich mit einer reichen Ernte und es gab auch reichlich Mangold, Radieschen, Lauch, Gemüsefenchel, Schnittkohl, Stangensellerie, Topinambur, Minigürkchen, Gartenmelde, Rucola, Schnittlauch und Basilikum. Ich erntete ein paar Schüsseln Erdbeeren und auch die Kartoffelernte fiel, trotz der Trockenheit, recht gut aus.



Der Regen hatte recht spät noch die Samen von Ringelblumen, Kürbis und Mangold auf dem Pferdemisthaufen keimen lassen, so daß ich, im Herbst, auch einige prächtige, bis zu 20 kg schwere, Halloweenkürbisse ernten konnte.
Trotz aller Widrigkeiten war es am Ende doch noch ein gutes Gartenjahr geworden. Zusammen mit den wilden Himbeeren, Brombeeren und Holunderbeeren aus dem Wald, den Äpfeln aus der freien Apfelallee und den immer reichlich vorhandenen Wildkräutern war ich letztendlich doch recht zufrieden mit meinem Selbstversorger Gemüsegartenjahr 2025.
Jetzt, Ende Januar 2026, habe ich immer noch reichlich eigene Kartoffeln, Kürbisse und Äpfel. In der Kühltruhe schlummern einige eingefrorene Schätze wie Mangold, Kürbisblüten, Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren, die meinen Speiseplan immer wieder bereichern.
Rückblickend kann ich sagen, es war ein anstrengendes Selbstversorger – Gemüsegartenjahr 2025 und vieles hat nicht so geklappt, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt weiterzumachen. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich nicht etwas aus meinem Selbstversorger – Gemüsegarten auf dem Tisch gehabt hätte von eigenen Kartoffeln, über selbstgemachtes Kräutersalz und Pesto oder Tee aus getrockneten Kräutern und vielen verschiedenen frischen Gemüsen. Unterm Strich habe ich das ganze Jahr über wieder sehr viel eigenes Gemüse geerntet, gegessen und wenn ich es selber nicht verbrauchen konnte, an meine Freunde und Nachbarn verschenkt.
Nach diesem Rückblick auf das vergangene Selbstversorger-Gemüsegartenjahr 2025 schaue ich wieder voller Zuversicht vorwärts und freue mich auf das leckere Gemüse, das ich in diesem Jahr in meinem Selbstversorger-Gemüsegarten anbauen und ernten werde.
Damit es ein erfolgreiches Selbstversorger-Gemüsegartenjahr wird, fange ich jetzt gleich mit meiner Gartenplanung für die kommende Saison an. Und wie die aussieht, erfährst Du in meinem nächsten Blogbeitrag.
Komm mit und laß uns gemeinsam gärtnern 🙂
Deine Manipura Wildpfade
P.S. Um für die Gartenplanung ausreichend gestärkt zu sein, koche ich mir vorher noch eine leckere Kürbissuppe. Mein persönliches Lieblingsrezept dafür findest Du HIER 🙂